An der Generalversammlung des Vereins Stadtzentrum mit Zukunft (VSMZ) im Juni 2026 nahmen rund 20 Mitglieder teil. Präsident Stefan Geiges begrüsste die Anwesenden und blickte in seinem Jahresbericht auf die Aktivitäten des vergangenen Vereinsjahres zurück. Anschliessend präsentierte Kassier Tobias Regli die Jahresrechnung, welche von den Mitgliedern genehmigt wurde.
Im Zentrum der Versammlung standen verschiedene aktuelle politische und verkehrsplanerische Themen, welche die Entwicklung der Stadt Frauenfeld betreffen.
Lärmsanierung und Tempo 30
Tobias Regli informierte über den Stand des laufenden Verfahrens zur geplanten Temporeduktion auf 30 km/h. Gegen die entsprechenden Massnahmen wurde im Frühjahr 2025 Einsprache erhoben, gefolgt von einem Rekurs im Herbst 2025. Im Januar 2026 reichte der Verein Beschwerde ein. Als nächster Schritt steht die Einreichung einer Replik an. Der VSMZ setzt sich weiterhin dafür ein, dass die Ringstrasse und die Promenade nicht in Tempo-30-Zonen umgewandelt werden.
Kritik an aktuellen Strassenprojekten
Marcel Flury und Stefan Geiges äusserten sich kritisch zu verschiedenen laufenden und geplanten Verkehrsprojekten. Aus Sicht des Vereins fehlt bei mehreren Vorhaben ein schlüssiges Gesamtkonzept. Insbesondere wird hinterfragt, weshalb auf Hauptverkehrsachsen keine konsequente Trennung von Auto- und Veloverkehr vorgesehen ist. Der VSMZ sieht darin potenzielle Sicherheitsrisiken und bemängelt, dass verschiedene Projekte nicht zu Ende gedacht seien.
Weiter wurde darauf hingewiesen, dass für die Verkehrsführung stadteinwärts nach dem Lindenspitz weiterhin keine überzeugende Lösung vorliege. Auch die geplanten Strassenquerschnitte auf der Ringstrasse würden nach Ansicht des Vereins die Einsatzmöglichkeiten von Blaulichtorganisationen im Ernstfall beeinträchtigen.
Kritische Fragen stellte der Verein zudem zur Entwicklung des Murgbogens und zu den dort verbleibenden Flächen für Industrie und Gewerbe. Als problematisch beurteilt wurde auch die vorgesehene Veloführung im Bereich der Autobahnausfahrt Ost, wo sich Veloverkehr und ausfahrende Fahrzeuge kreuzen sollen.
Mit Blick auf die Ost-West-Verbindung durch die Stadt wurde die unterschiedliche Behandlung der Verkehrsachsen kritisiert. Während im Osten für rund 65 Millionen Franken umfangreiche Ausbauten realisiert würden, werde die Bahnhofstrasse im Westen nach einer Sanierung teilweise sogar schmaler.
Stadtkaserne im Fokus
Roland Wyss informierte über die Entwicklung des Projekts Stadtkaserne. Der Architekturwettbewerb habe rund sieben Millionen Franken gekostet. Insgesamt seien bisher 4,31 Millionen Franken investiert worden, während den Ausgaben lediglich Erträge von rund 300’000 Franken gegenüberstünden. Davon stammten rund 200’000 Franken aus den sogenannten TKB-Millionen.
Zudem sei die Liegenschaft um fünf Millionen Franken aufgewertet worden, was buchhalterisch zu einem Gewinn von rund 1,2 Millionen Franken führe. Da es sich bei der Stadtkaserne um eine Finanzliegenschaft handle, liege die Entscheidungs- und Finanzkompetenz ausschliesslich beim Stadtrat.
Diskussion um die Zukunft des Casinos
Robin Goldinger stellte die Haltung des Vereins zur Zukunft des Casinos vor. Der VSMZ unterstützt eine Sanierung am bestehenden Standort und nimmt zur Kenntnis, dass der Gemeinderat dafür einen Kredit von 19,5 Millionen Franken bewilligt hat.
Kritisch hinterfragt wurden die langfristigen Auswirkungen des Projekts. Nach Einschätzung des Vereins werden die Betriebskosten nach der Sanierung deutlich höher ausfallen als heute. Gleichzeitig sei unklar, welchen konkreten Mehrwert die Bevölkerung und die Steuerzahlenden für die Investition erhalten würden. Da die Grösse des Saals unverändert bleibe, sei der zusätzliche Nutzen nicht offensichtlich erkennbar. Unbestritten sei jedoch, dass Frauenfeld auch künftig auf einen funktionierenden Stadtsaal angewiesen sei.
Engagement der Bevölkerung gefragt
Zum Abschluss der Versammlung rief der Vorstand die Mitglieder und die Bevölkerung dazu auf, sich aktiv an laufenden Mitwirkungsverfahren zu beteiligen und ihre Anliegen einzubringen. Beim anschliessenden Apéro riche wurden die diskutierten Themen in angeregten Gesprächen weiter vertieft.
Verein Stadtzentrum mit Zukunft (VSMZ)
Juni 2026

