Mitwirkung zur Totalrevision kommunaler Richtplan

by | 17. August 2026 | Allgemein

Der Stadtrat von Frauenfeld entscheidet über die Totalrevision kommunaler Richtplan: 
Jetzt ist die Bevölkerung gefordert


Der kommunale Richtplan bestimmt die räumliche Entwicklung von Frauenfeld für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Er legt die Rahmenbedingungen für Wohnen, Verkehr, Arbeitsgebiete, Freiräume und Infrastruktur fest und beeinflusst damit auch die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Anliegen von Gewerbeverein sowie Industrie – und Handelsverein. Da der Richtplan die Behörden langfristig bindet und weitreichende Auswirkungen auf Bevölkerung, Grundeigentümer und Wirtschaft hat, verdient er eine breite öffentliche Diskussion.

Richtplan mit weitreichenden Folgen

Der kommunale Richtplan soll die räumliche Entwicklung von Frauenfeld koordinieren. Der vorliegende Entwurf geht jedoch über eine reine Koordinationsfunktion hinaus und legt zahlreiche verbindliche Vorgaben fest. Dadurch werden der politische Handlungsspielraum von Stadtrat, Gemeinderat und Bevölkerung sowie die Entscheidungsfreiheit künftiger politischer Prozesse eingeschränkt. Gleichzeitig begrenzen zusätzliche Regulierungen die Eigentumsfreiheit von Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern bei der Nutzung und Entwicklung ihrer Liegenschaften.

Offene Fragen verdienen Antworten

Der Richtplan wirft aus Sicht vom Verein Stadtzentrum mit Zukunft Frauenfeld dem Gewerbeverein sowie Industrie- und Handelsverein der Region Frauenfeld, wichtige Fragen auf:

  • Sind die vorgesehenen verkehrspolitischen Ziele ausgewogen und realistisch?
  • Welche Auswirkungen haben die geplanten Massnahmen auf den motorisierten Individualverkehr, das Gewerbe, die Blaulichtorganisationen und die Erreichbarkeit der Stadt?
  • Welche Folgen entstehen für Wohnbau, Planungskosten und Investitionen?
  • Wie werden Quartiervereine, Gewerbe, Industrie, Parteien, Fachgremien etc. in die Prozesse eingebunden?
  • Wird der notwendige Handlungsspielraum für künftige politische Entscheide unnötig eingeschränkt?
  • Wie werden die Interessen von Bevölkerung, Gewerbe, Landwirtschaft und Wirtschaft gleichermassen berücksichtigt?
  • Wie werden die eingebrachten Rückmeldungen der Bevölkerung angesehen und interpretiert?

Diese Fragen verdienen eine transparente und sachliche Diskussion, bevor der Richtplan verabschiedet wird.

Entwicklung ja – aber mit Augenmass

Frauenfeld soll sich weiterentwickeln. Die Stadt braucht genügend Wohnraum, leistungsfähige Verkehrsverbindungen, attraktive Quartiere, sichere Arbeitsplätze und eine hohe Lebensqualität. Damit dies gelingt, braucht es jedoch einen Richtplan, der Entwicklungen ermöglicht und nicht bis ins Detail vorgibt.

Eine nachhaltige Stadtentwicklung gelingt nur, wenn Politik, Bevölkerung, Wirtschaft und Verwaltung gemeinsam an Lösungen arbeiten. Der Richtplan sollte deshalb nicht als starres Regelwerk verstanden werden, sondern als gemeinsames Planungsinstrument, das Raum für Entwicklung, Anpassungen und neue Herausforderungen lässt. Entscheidend ist ein Miteinander statt eines Gegeneinanders: Nur durch den Ausgleich unterschiedlicher Interessen kann die räumliche Entwicklung von Frauenfeld zukunftsfähig, ausgewogen und lebenswert gestaltet werden.

Bevölkerung soll sich jetzt einbringen

Der kommunale Richtplan betrifft alle Einwohnerinnen und Einwohner von Frauenfeld. Seine Auswirkungen werden über viele Jahre hinweg spürbar sein. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung bereits heute mit dem Richtplan auseinandersetzt, die Unterlagen sorgfältig prüft und ihre Anliegen im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung einbringt.

Nur eine offene Diskussion und eine breite Mitwirkung stellen sicher, dass der Richtplan von einer Mehrheit getragen wird und die langfristige Entwicklung von Frauenfeld ausgewogen, wirtschaftlich tragfähig und bürgernah gestaltet wird. 

Mitwirkung zum Richtplan Frauenfeld

Bis zum 31. August 2026 haben Bevölkerung, Politik, Wirtschaft sowie weitere interessierte Kreise die Möglichkeit, zum kommunalen Richtplan Stellung zu nehmen.

Auf der Homepage der Stadt Frauenfeld stehen folgende Unterlagen zur Verfügung:

  • vollständiger Richtplantext
  • Richtplankarten im Massstab 1:8’000
  • zugehörige Planungsberichte

Rückmeldungen können auf verschiedenen Wegen eingereicht werden:

Anleitung zur Mitwirkung

Nutzen Sie die Gelegenheit, die zukünftige Entwicklung von Frauenfeld aktiv mitzugestalten. Jede Stellungnahme trägt dazu bei, den Richtplan kritisch zu prüfen und die Anliegen der Bevölkerung in den Planungsprozess einzubringen. Zur Erleichterung der Mitwirkung steht auf den Webseiten der beteiligten Vereine «Industrie- und Handelsverein, Gewerbeverein Thurgau Region Frauenfeld sowie Verein Stadtzentrum mit Zukunft» ein vorbereitetes Formular zur Verfügung, das als Deckblatt für die Einreichung einer Stellungnahme genutzt werden kann. Dieses befindet sich als erstes Dokument unten angefügt. Zusätzlich unten angefügt stehen die einzelnen Dokumente zu den Bereichen «Siedlung und Freiraum», Verkehr und Energie zur Verfügung, die je nach Bedarf einzeln oder alle zusammen eingereicht werden können zur Verfügung. Sie können alle diese Dokumente direkt von der Homepage herunterladen. Das Deckblatt dient dem Empfänger dazu einen kurzen Überblick zu erhalten, was die wichtigsten Punkte für den Mitwirkenden sind. Die Vernehmlassungsdokumente können heruntergeladen werden und dann bei Bedarf angepasst oder so wie sie sind zusammen mit dem Deckblatt eingereicht werden. Da unterschiedliche Gruppen die Vernehmlassungen erarbeitet haben, unterscheiden sie sich leicht in der Form, was jedoch kein Problem bei der Einreichung darstellt. Die vollständigen Dokumente können dann

bei der Stadt Frauenfeld eingereicht werden. Für geübte Mitwirkende besteht zudem die Möglichkeit sich direkt auf der Mitwirkungsplattform der Stadt Frauenfeld der Mitwirkung des VSMZ anzuschliessen und diese so wie sie der VSMZ eingereicht hat auch einzureichen. Dies können sie auf der Mitwirkungsplattform der Stadt https://mitwirken.frauenfeld.ch/de/ nach erfolgter Anmeldung und Registration für das Projekt «Totalrevision kommunaler Richtplan» tun. Es braucht ein wenig Geduld, bis man die richtigen Klicks gemacht hat, aber dann ist es die einfachste Variante.